der Weg zum eigenen Haus_Teil 1

Ein eigenes Haus zu besitzen ist wohl der Traum von den meisten Menschen. Der Weg dorthin ist jedoch kein leichter und sollte wohl überlegt und geplant sein. Wie schwierig das sein kann, erlebe ich täglich bei meiner Arbeit im Bauamt einer steirischen Gemeinde sowie als Planer mit meinem eigenen Unternehmen. Schon bei der Wahl des Grundstückes sollte man sich nicht auf die Angaben des Verkäufers verlassen sondern sich mit der Vollmacht des Eigentümers direkt die Informationen im jeweiligen Bauamt der Gemeinde einholen. Noch besser ist es, wenn man bereits einen befugten Planer hat und diesen dorthin mitnimmt. Viele Faktoren und deren Auswirkungen auf den Wunschbauplatz wie z.B. Flächenwidmung, Bebauungsdichte, Bebauungsrichtlinien, Bebauungsplan usw. sind für einen Leihen nicht einfach zu verstehen und  können in weiterer Folge zu Missverständnissen und Enttäuschungen führen. Erst wenn geklärt ist, WAS ich WO und WIE bauen darf, sollte man sich für ein Grundstück entscheiden. Ein guter Planer arbeitet mit seinen Kunden gemeinsam einen auf Ansprüche und Rahmenbedingungen passenden Entwurf aus, um mit diesem die weiteren notwendigen Details beim Bauamt abzuklären. In jeder Gemeinde gibt es unterschiedliche Ansprüche die an ein Projekt gestellt werden und es empfiehlt sich nicht, die entscheidende Baubehörde vor vermeintlich vollendete Tatsachen zu stellen.  

 

Aber so weit sind wir ja noch gar nicht und eigentlich beginnt ja alles mit dem Wunsch nach dem eigenen Flecken Erde. Alle diejenigen die einen solchen Flecken schon besitzen könne hier bereits zum Lesen aufhören und auf den TEIL 2 meines Blogs warten, sollten sie doch weiterlesen, kann es ihnen dabei helfen herauszufinden, ob Ihr Grundstück tatsächlich für sie passende ist.

 

Die Wahl eines Grundstückes ist von nahezu unzähligen Faktoren abhängig, entscheidend sind aus meiner Sicht jedoch nur zwei, die Lage und die Geometrie.

 

Abhängig von der Lage und der Geometrie eines Grundstückes sind so ziemlich alle Aspekte des Kaufen, Planen, Bauen und Wohnen die auf einen zukommen werden. Für den Aspekt des Kaufen ist es in der Regel eine Frage des Geldes wo man sich ein Grundstück leisten kann bzw. ob ein Grundstück überhaupt  zum Verkauf steht daher möchte ich diesen gar nicht tiefer ausführen. Für das Planen, Bauen und Wohnen ist die Lage grundsätzlich wichtig, da diese einen wesentlichen Einfluss darauf hat ob ein Grundstück überhaupt bebaut werden darf oder eben nicht. Nicht erst einmal habe ich erlebt, dass Bauwerber mit einer fertigen Planung vor mir standen, und ich Ihnen sagen musste, dass sie auf dem von Ihnen gekauften Grundstück ihr so geplantes Haus nicht errichten dürfen. Was man wo bauen darf hat mit der Widmung eines Grundstückes zu tun und das Steiermärkische Raumordnungsgesetz (Achtung, in Österreich hat jedes Bundesland sein eigenes Raumordnungsgesetz und daher gibt es neun verschiedene Spielregeln) unterscheidet grundsätzlich nur Bauland, Freiland und Verkehrsflächen. Wenn sie ein Grundstück das Ihnen gefällt, gefunden haben, ist der Richtige Moment sich mit der Suche nach einem guten Planer zu beschäftigen. Dieser wird für Sie alle Informationen einholen und Ihnen sagen ob sich Ihr Wunsch dort verwirklichen lässt.

 

Fortsetzung folgt......

 

 

Matthias C. Jandl

Neues vom Steiermärkischen Baugesetz

§92b

Gebäudeinterne Infrastrukturen für die elektronische Kommunikation

 

(1) Bei Neubauten und größeren Renovierungen von Gebäuden (§4 Z34a) sind hochgeschwindigkeitsfähige gebäudeinterne physische Infrastrukturen von einem Zugangspunkt bis zu den Netzabschlusspunkten vorzusehen.

 

(2) Die Anforderungen gemäß Abs.1 gelten nicht für:

1.Wohngebäude mit höchstens vier Wohnungen;

2.Gebäude mit einer Gesamtnutzfläche von weniger als 50 m²;

3.land-und forstwirtschaftliche Wirtschaftsgebäude;

4.Sport-und Freizeitanlagen;

5.Gebäude, die ausschließlich für Gottesdienst und religiöse Zwecke genutzt werden;

6.Baudenkmäler und Gebäude, die als Teil eines ausgewiesenen Umfelds oder aufgrund ihres besonderen architektonischen oder historischen Werts offiziell geschützt sind;

7.sonstige Gebäude, wenn die Umsetzung der Verpflichtung nach Abs. 1 in einem offenbaren Missverhältnis zu den Kosten des Vorhabens steht.

Zu § 92b: Mit dieser vorgesehenen und neu einzuführenden Bestimmung des § 92b des Steiermärkischen Baugesetzes wird Artikel 8 der Richtlinie 2014/61/EU des europäischen Parlaments und des Rates vom 15. Mai 2014 über Maßnahmen zur Reduzierung der Kosten des Ausbaus von Hochgeschwindigkeitsnetzen für die elektronische Kommunikation, ABl. L 155 vom 23.05.2014, S. 1, in das Landesrecht Steiermark umgesetzt.

 

Quellen:  Land Steiermark

Links zu den original Dokumenten:

Steiermärkisches Baugesetz (ab 01.10.2016 bzw. 01.01.2017)

Erläuternde Bemerkungen (EB) zur Baugesetznovelle 01.10.2016

 


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